Respekt! ist das Motto unseres Heidelberger Netzwerks zur Überwindung von Alltagsdiskriminierung. Diskriminierung findet statt, wenn Menschen auf Grund bestimmter Merkmale anders als andere behandelt werden und Benachteiligung erfahren. Diskriminierung ist eng verbunden mit einer Ideologie der Ungleichwertigkeit (Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit: GMF). Diese fußt auf der Annahme, dass Angehörige bestimmter gesellschaftlicher Gruppen weniger wert sind als andere Menschen. Diskriminierung ist damit Ausdruck einer Herabwürdigung von Menschen. Diskriminierung verletzt die Menschenwürde. Wir fordern daher Respekt! und Wertschätzung für Pluralismus und individuelle Lebensentwürfe. In diesem Sinne verfolgen wir folgende Ziele:

 

1. Diskriminierung in ihrer Alltäglichkeit und Vieldimensionalität sichtbar machen.

Diskriminierung betrifft Frauen genauso wie Juden und Muslime, Obdachlose ebenso wie ethnische Minderheiten oder Homosexuelle. Wir wollen daher die systematische Abwertung von Menschengruppen in ihrer gesamten Bandbreite von Homophobie über Antisemitismus bis hin zu Feindlichkeit gegen sozial randständige oder ältere Mitbürger und Menschen mit Behinderung etc. thematisieren.

 

2. Einzelpersonen und Institutionen stärken, die sich in Heidelberg für Menschen engagieren, die von Diskriminierung betroffen sind.

Zahlreiche Akteure in Heidelberg engagieren sich bereits im Sinne der Gleichwertigkeit bestimmter Betroffenengruppen von Diskriminierung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Wir wollen die Aufmerksamkeit der Heidelberger Stadtgesellschaft für dieses Engagement erhöhen.

 

3. Ein Netzwerk dieser Engagierten zum Zweck eines stadtweiten Zusammenwirkens gegen Alltagsdiskriminierung schaffen.

Engagement gegen die Benachteiligung und Herabwürdigung von Menschen muss zwar themenspezifisch erfolgen, zugleich aber sollten verschiedene Interessensgruppen nicht isoliert voneinander agieren. Wir wollen daher ein Netzwerk von Heidelberger Engagierten für  Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit von Menschen schaffen. Durch einen integrierten Ansatz soll sich abseits von Partikularinteressen des Themas angenommen werden und eine optimierte Wirksamkeit und Prägnanz der Arbeit einzelner Initiativen gelingen. Es gilt Kooperationen und Synergieeffekte zu schaffen, um so gemeinsam in die Schlüsseleinrichtungen der Stadt hineinzuwirken.

 

4. Eine bewusste Positionierung Heidelberger Bürgerinnen und Bürger gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bewirken.

Heidelberg versteht sich als weltoffen, seine Bürgerschaft ist sehr pluralitätsbejahend. Zugleich ist Diskriminierung auch in unserer Kommune alltägliche Realität. Wir wollen Heidelberger Bürgerinnen und Bürger breitenwirksam erreichen, um ein gesteigertes Bewusstsein für das Syndrom gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und dessen einzelnen Aspekte zu schaffen. Wichtig ist es uns, auf individueller Ebene eine aufrichtige Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle in Prozessen der gesellschaftlichen Ausgrenzung anzuregen. Mittelbar soll so eine Selbstverortung der Heidelberger Stadtgesellschaft gegen gesellschaftliche Polarisierung und eine entsprechende bürgerschaftliche Verantwortungsübernahme gelingen.